was aus der abwrackpremie wurde
Samstag, 7. November 2009
Freitag, 6. November 2009
meine Arbeit
Touristenführung für schweizer Touristen auf Büffelfarm (s. Foto)| Zirkusarbeit mit behinderten Jugendlichen im Heim "Parasolka" | Fireshow in CLUB auf Halloweenparty | Behandeln von 200 Schaafen mit spezieller Chemikalie | Reittraining mit Büffeln | Zirkusarbeit mit Dorfjugend | Arbeit als Animateur in Restaurant | Vorbereitung einer großen Party für das ganze Dorf (wurde dann aber wegen Quarantäne abgesagt)
DU, was ist das?
„Pascal, was ist das?“, erst wendet sich mein Kopf, dann mein Körper, schließlich meine Gedanken. Meine Mittbewohnerin fragt sich ob ich die Teflopfanne wirklich ohne Spühlmittel abwasche. Ja, meine liebe – schau hin! „Pascal, was ist das?“ - dieser Satz ist zum Flugwort* geworden, pardon zu einem geflügelten Wort, pardon Sprichwort.
Derzeit lerne ich die russische Sprache und gewöhne mich immer mehr an den transkapartischen Dialekt. Dabei fällt mir auf, dass ich Deutsch und Enlisch immer mehr verlerne. Damit meine Mittbewohnerinnen mich verstehen, muss ich die Sätze in den westliche Sprachen so konstruieren, als wäre ich ein wenig unterentwickelt. Dabei kommt es dazu das wir die Wörter „real“, „after“ und „potamo sto „(Russisch für „deshalb“) beinahe in jeden Satz einbauen. Beispiel Tagesplanung des morgigen Tages:
Ich: Are we going to work with the kids tommorrow.
A: I don't know. Realy. But if its real. I go to work in goverment and after – yes if its real after....
Ich: So tomorrow in the afternoon?
A: If it's real yes.
Ich: You know this word „afternoon“
A: „No, JA NE PONIMAIO.
B: Pascal, was ist das?
Ich blicke mich um. Alles ganz normal.
B: Das Fenster ist auf. Das ist nicht gut.
Ich: Afternoon, thats after Lunch. POTAMO STO JA HOCHTSCHU RABOTIO S DIETI SAFTRA POTATAMO STO NAHSA NUMMA, RESÜMISCHES.
A: If it's real – realy I don't think it's not a problem.
B: Pascal, das ist nicht Gut.
Ich nenne es soziale Abhärtung. Nach diesem Jahr bin ich gerüstet sein für jede soziale Konstellation. DU LACHST, aber versuche dir vorzustellen in einem Haus voller Flugwörter zu leben dessen einzige philosophie es ist das du Eigeninitiative ergreifen sollst. Dieses Haus steht in einem konservativen Dorf das für Eigenintiative nur geringen nährboden bietet. Und die Sprache und Kommunikation wird hier zum spiegel deiner Sozialisation. DU LACHST aber höre noch einmal ganz genau auf diesen Satzt „Pascal, was ist das?“ und du weißt was meine Herausforderung ist.
*= eine neue Kreation meiner Mittbewohnerin
Derzeit lerne ich die russische Sprache und gewöhne mich immer mehr an den transkapartischen Dialekt. Dabei fällt mir auf, dass ich Deutsch und Enlisch immer mehr verlerne. Damit meine Mittbewohnerinnen mich verstehen, muss ich die Sätze in den westliche Sprachen so konstruieren, als wäre ich ein wenig unterentwickelt. Dabei kommt es dazu das wir die Wörter „real“, „after“ und „potamo sto „(Russisch für „deshalb“) beinahe in jeden Satz einbauen. Beispiel Tagesplanung des morgigen Tages:
Ich: Are we going to work with the kids tommorrow.
A: I don't know. Realy. But if its real. I go to work in goverment and after – yes if its real after....
Ich: So tomorrow in the afternoon?
A: If it's real yes.
Ich: You know this word „afternoon“
A: „No, JA NE PONIMAIO.
B: Pascal, was ist das?
Ich blicke mich um. Alles ganz normal.
B: Das Fenster ist auf. Das ist nicht gut.
Ich: Afternoon, thats after Lunch. POTAMO STO JA HOCHTSCHU RABOTIO S DIETI SAFTRA POTATAMO STO NAHSA NUMMA, RESÜMISCHES.
A: If it's real – realy I don't think it's not a problem.
B: Pascal, das ist nicht Gut.
Ich nenne es soziale Abhärtung. Nach diesem Jahr bin ich gerüstet sein für jede soziale Konstellation. DU LACHST, aber versuche dir vorzustellen in einem Haus voller Flugwörter zu leben dessen einzige philosophie es ist das du Eigeninitiative ergreifen sollst. Dieses Haus steht in einem konservativen Dorf das für Eigenintiative nur geringen nährboden bietet. Und die Sprache und Kommunikation wird hier zum spiegel deiner Sozialisation. DU LACHST aber höre noch einmal ganz genau auf diesen Satzt „Pascal, was ist das?“ und du weißt was meine Herausforderung ist.
*= eine neue Kreation meiner Mittbewohnerin
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Montag, 5. Oktober 2009
nur ein Bier.
Tagebuch
vom 25.09.2009
23:17
Ich sitze auf den Stufen vor meinem Arbeitsplatz, dem „Club“. Zwei 9-jährige Jungen, meine Zirkusschüler, setzen sich neben mich. „Ti piousch pivo?“, fragen sie mich. Auf die Frage: „Trinkst du Bier?“ antworte ich mit „Njet seischtass.“ „Nicht jetzt.“ Dann fragen sie mich, ob ich rauche. Ich antworte mit „Nein!“. Soviel zum pädagogisch wertvollen Teil unseres kleinen Stufengeplauders. Nun stößt mich der Junge zu meiner Linken an, macht ein Grinsen, ein breites triumphierendes Ich-bín-erwachsen-Grinsen und holt langsam unter seinem Strickpullover eine Ein-Liter-Plastikflasche Bier heraus. Dasselbe Grinsen haben hier noch die 25- jährigen Männer, wenn sie Wodka trinken. Der Junge schaut in meine Augen. Wie werde ich wohl reagieren? Wie, ja, wie? Ich studiere sein Gesicht, präge mir jede Falte ein und setze dann genau dieses Grinsen auf. Verdammt, ich möchte besser sein im Erwachsensein als er und schicke die beiden Jungen mit dem Bier weg. Später sehe ich beide vom Dach des Clubs mir entgegenprosten und weiß, sie und ihr „Pivo“ haben triumphiert, heute. Später werde ich mir von meinem Chef die Erlaubnis holen, ihnen in Zukunft Alkohol wegzunehmen. Zu der heutigen Stunde ist dann auch die Hälfte der Kinder betrunken gekommen. Und ich habe gemerkt, mit Wodka im Blut sind sie leichter anzuleiten. Du lachst, aber heute habe ich zwei Seiten des Alkoholismus kennen gelernt. Ich weiß, dass es eigentlich nur eine Seite gibt. Hier im Dorf verbieten die Dorfältesten ihren Sprösslingen zwar Bier zu trinken, sind aber machtlos, da sie ihnen ein anderes Lebensziel vor-trinken und mit dem Bewusstsein leben, dass Alkohol zwei Seiten hat.
vom 25.09.2009
23:17
Ich sitze auf den Stufen vor meinem Arbeitsplatz, dem „Club“. Zwei 9-jährige Jungen, meine Zirkusschüler, setzen sich neben mich. „Ti piousch pivo?“, fragen sie mich. Auf die Frage: „Trinkst du Bier?“ antworte ich mit „Njet seischtass.“ „Nicht jetzt.“ Dann fragen sie mich, ob ich rauche. Ich antworte mit „Nein!“. Soviel zum pädagogisch wertvollen Teil unseres kleinen Stufengeplauders. Nun stößt mich der Junge zu meiner Linken an, macht ein Grinsen, ein breites triumphierendes Ich-bín-erwachsen-Grinsen und holt langsam unter seinem Strickpullover eine Ein-Liter-Plastikflasche Bier heraus. Dasselbe Grinsen haben hier noch die 25- jährigen Männer, wenn sie Wodka trinken. Der Junge schaut in meine Augen. Wie werde ich wohl reagieren? Wie, ja, wie? Ich studiere sein Gesicht, präge mir jede Falte ein und setze dann genau dieses Grinsen auf. Verdammt, ich möchte besser sein im Erwachsensein als er und schicke die beiden Jungen mit dem Bier weg. Später sehe ich beide vom Dach des Clubs mir entgegenprosten und weiß, sie und ihr „Pivo“ haben triumphiert, heute. Später werde ich mir von meinem Chef die Erlaubnis holen, ihnen in Zukunft Alkohol wegzunehmen. Zu der heutigen Stunde ist dann auch die Hälfte der Kinder betrunken gekommen. Und ich habe gemerkt, mit Wodka im Blut sind sie leichter anzuleiten. Du lachst, aber heute habe ich zwei Seiten des Alkoholismus kennen gelernt. Ich weiß, dass es eigentlich nur eine Seite gibt. Hier im Dorf verbieten die Dorfältesten ihren Sprösslingen zwar Bier zu trinken, sind aber machtlos, da sie ihnen ein anderes Lebensziel vor-trinken und mit dem Bewusstsein leben, dass Alkohol zwei Seiten hat.
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